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Einleitung


Die beiden Städte Gütersloh in Deutschland und Châteauroux in Frankreich sind seit dem Jahr 1977 Partnerstädte. Dieses Knüpfen eines Bandes zwischen zwei Städten, deren Nationen noch 32 Jahre zuvor im Zweiten Weltkrieg sich feindlich gegenüberstanden, ist keine Selbstverständlichkeit. Aus der Teilung des fränkischen Reiches im Jahr 843 durch den Vertrag von Verdun entstand eine Jahrhunderte lang andauernde so genannte Erbfeindschaft zwischen den späteren Staaten Frankreich und Deutschland. Doch aus einer Zeit der vielen Kriege erwuchs letzten Endes eine Verständigung und Aussöhnung zwischen den beiden Nachbarn, die vorbildhaft in der Welt geworden ist.

Dabei waren besonders die letzten 400 Jahre die prägendsten in der gemeinsamen Geschichte. Die Besetzung, Ausplünderung und Verwüstung deutscher Gebiete durch Frankreich im 30jährigen Krieg, die so genannten Réunions-Kriege im 17. Jahrhundert vor allem der Pfälzer Erbfolgekrieg, der französische Einmarsch im Siebenjährigen Krieg im 18. Jahrhundert und durch Napoleon 1806 hatten für die Entstehung eines deutschen Nationalstolzes weitreichende Folgen. Nach den Befreiungskriegen von 1813 bis 1815 gegen die napoleonische Fremdherrschaft fand die Idee eines starken deutschen Nationalstaates Eingang in weite Bevölkerungskreise. Die „verspätete Nation“ war im Kommen.

Der nächste französisch-deutsche Krieg sollte dabei großen Einfluss auf das Entstehen des Ersten Weltkrieges haben, ja diesen geradezu vorweg nehmen. Am 19. Juli 1870 erklärte der französische Kaiser Napoleon III. dem Norddeutschen Bund unter Führung Preußens den Krieg. Die Folgen waren jedoch für Frankreich verheerend: In der Schlacht bei Sedan am 1. und 2. September 1870 wurde der französische Kaiser gefangen genommen, ein Ereignis das als Sedanstag am 2. September jeden Jahres in Deutschland bis 1918 als Feiertag galt. Als besondere Demütigung empfanden die Franzosen die Krönung des preußischen Königs Wilhelm I. zum Kaiser des Deutschen Reiches in Versailles am 18. 1. 1871. Zudem erfolgte aus militärischen und wirtschaftlichen Gründen die Abtretung von Elsass und Lothringen an Deutschland, das zudem hohe Reparationsforderungen stellte. Dies alles erzeugte in Frankreich einen ungeheuren Hass auf Deutschland, der zu einer französischen Revanche-Politik führte.

Vor allem die Rivalität dieser beiden aufsteigenden Industrienationen und gleichzeitig benachbarter Landmächte führte im Zeitalter des europäischen Imperialismus und Kolonialismus sowie des ungezügelten Nationalismus beziehungsweise Chauvinismus in die Katastrophe des Ersten Weltkrieges, der „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“, die die Welt bis heute prägt. In dieser deutsch-französischen Sonderausstellung sollen im Folgenden mit Fotos aus Gütersloh und Châteauroux und Umgebung die Ereignisse des Ersten Weltkrieges in den Jahren von 1914 bis 1918 gezeigt werden. Dabei geht es nicht um die Erlebnisse der Soldaten an der Front, sondern um das Leben der Zivilisten in der jeweiligen Heimatstadt.
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