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Kriegerdenkmäler in Châterauroux und Umgebung


Schon bald erschien es notwendig, im Departements Indre wie auch im ganzen Staatsgebiet all den für Frankreich Gefallenen ein ehrenhaftes Andenken zu widmen. Es wurden Gedenkplatten in zahlreichen ländlichen Kirchen, in einigen Rathäusern oder an den Mauern von Schulen angebracht. Zum dauerhaften Gedenken wurden überall Kriegerdenkmäler an gut sichtbaren Stellen errichtet, sogar bis in die kleinsten Gemeinden, die oft gemessen an der Einwohnerzahl besonders von Verlusten betroffen waren. Die Einweihungen fanden zwitschen 1920 und 1924 überall im Departement Indre statt, aber auch noch danach bis zum Ausbruch des 2. Weltkriegs (in Châteauroux bis 1937). Wenn es sich nicht um eine einfache Stele handelt, erinnern die meisten Denkmäler im Aufbau an einen verkürzten Obelisken auf einem Sockel mit zwei oder drei Stufen. Die Spitze trägt häufig eine Graburne, ein Kriegsverdienstkreuz oder den gallischen Hahn. Auf den verschiedenen Seiten der vertikal angebrachten Tafeln liest man die Namen der Gefallenen oder sieht bildhafte Embleme, wie zum Beispiel Kriegsverdienstkreuze oder Palmenzweige.

Einige Gemeinden zogen es vor, einen Bildhauer mit der Schaffung einer Skulptur in Form eines Hochreliefs zu beauftragen, um dem Denkmal zusätzliche Würde zu verleihen. Man muss allerdings zwischen Serienherstellungen – den meisten Werken – und Einzelkreationen aus der Hand eines authentischen Künstlers unterscheiden. Ein Standbild erlaubte symbolisch eine Aussage mit einem weniger ausgeprägt kriegerischen und nationalistischen Unterton als vorgegeben. Das am häufigsten behandelte Motiv war der Frontsoldat. Einige dieser Soldaten werden im offenen Kampf gegen den Feind dargestellt, andere als ihr Leben opfernde Kämpfer, viele als Ruhende mit Gewehr zu ihren Füßen. Man findet auch Denkmäler, welche Bildnisse von Frauen im Gewand von Bäuerinnen zeigen, die den tiefen Schmerz über den unersetzbaren Verlust eines Sohnes, eines Gatten oder eines Bruders verkörpern. Zu den unbestreitbar gelungenen Werken dieser Bildhauerkunst des Totengedenkens, ja des Friedens zählen die Arbeiten von Jean Clement (1885–1948) in Belabre und Orsennes, wie auch jene von Ernest Nivet (1871–1948). Letzterer hatte in seiner Jugend in der Werkstatt von Rodin gearbeitet. Seine „Soldaten“ und „Weinenden“ in Levroux, Eguzon, La Chatre und Châteauroux (Denkmal des Departements und Denkmal der Stadt) vermitteln die stille Andacht über die Tragik und die Bestürzung der Kämpfer und die Niedergeschlagenheit der Mütter und Ehefrauen, und das mit sehr intensiver Ausdruckskraft und majestätischer Größe.

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