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Die Kinder im Krieg


Im Krieg spielen die Kinder in der Gesellschaft eine wichtige Rolle, denn sie stellen die Zukunft des Landes dar. Seit August 1914 sind sie daher Gegenstand intensiver und allgegenwärtiger Mobilisierung. Nach offizieller Lesart will man ihnen begreiflich machen, dass auch sie an der Landesverteidigung teilnehmen müssen. Man erklärt ihnen die verschiedenen Aspekte des Konflikts, um ihnen den Sinn des Engagements ihrer Väter und des ganzen Volkes plausibel zu machen. Sie lernen auch den Feind kennen und hassen. Die Schule wird zu einer Beförderin der kindlichen Kriegskultur. So ermitteln die Kinder zum Beispiel im Fach Rechnen die Anzahl der Granaten, die bei einem Angriff auf einer fünf Kilometer breiten Front nötig sind. Alle zeigen ihren Patriotismus, indem sie für die Soldaten Päckchen packen, den Vätern und Frontsoldaten schreiben, und indem sie an Wohltätigkeitssammlungen teilnehmen. Außerhalb der Schule ist die Kriegskultur gleichermaßen präsent, sogar intensiv. Auf Postkarten werden Kinder als patriotische und antidefätistische Vorbilder dargestellt. Die kleinen Helden der Bilderbücher, wie zum Beispiel „Becassine“ und „Les Pieds nickeles“ vermitteln eine ermutigende Vision des Konflikts. Kinderspielzeuge werden unverzüglich militärisch ausgerichtet. Der Krieg hat die Welt der Kinder durcheinander gebracht und ihre traditionellen Formen zerstört. Die jungen Leute werden in den 1920er-Jahren von der Trauer über die gefallenen Familienangehörigen und vom Bewusstsein der Katastrophe Frankreichs erdrückt.

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